28.5.2022: von Hals bis Attrup im Limfjord

Nach 2 zusätzlichen erforderlichen Übernachtungen in Hals aufgrund eines 2. Sturms auf dieser Reise können wir heute endlich weiter im Limfjord in Richtung Osten reisen.

Es ist ein wunderschöner Tag des sportlichen Segelns. Bis Aalborg müssen wir kreuzen. Mit Motor alleine ist aufgrund der bremsenden Welle kein Fortkommen.

Die Brückenöffnung in Aarlborg schaffen wir um 15.00 Uhr
Die Straßenbrücke von Aarlborg

In Aalborg schaffen wir die 15.00 Uhr Brückenöffnung, danach soll laut Ankündigung aufgrund eines Karnevalumzuges für die nächsten 2 Stunden die Brücke nicht mehr geöffnet werden.

Auf die Öffnung der nächsten Eisenbahnbrücke müssen wir eine viertel Stunde warten, da gerade einige Züge dort verkehren.

Am morgen haben uns die zahlreichen Wendemanöver in Trab gehalten, jetzt sind es die häufig erforderlichen Änderungen des Segelsettings. Der Wind kommt gelegentlich direkt von vorne, sodass wir die Segel bergen müssen. Dann ist wieder Raum, um zumindest das Vorsegeln auszurollen. Nach so einem Trainingstag können wir uns als Team bald zu einer Regatta anmelden.

Am Abend entscheiden wir uns für einen kleinen und ruhigen Hafen in Attrup.

Im Hafen von Attrup.
Im Hafen von Attrup.

Nach diesem anstrengenden Segeltag fallen Lars und ich nach einem kurzen Abendessen erschöpft in unsere Betten.

25.5.2022: von Grenaa nach Hals im Limfjord

Nachdem ich gestern Lars als Mitsegler für die Nordseequerung vom Bahnhof abgeholt habe, sind wir zu Fuß mit Gepäck die ca. 3 km lange strecke zum Hafen gelaufen.

Lars engagiert sich für Meeresschutzthemen. Letztes Jahr haben wir auf der Ostsee zusammen eine Tour gemacht, bei der Proben der Ostsee entnommen wurden, die später im Labor von One Earth one Ocean untersucht wurden. Bei fast allen Proben wurden unterschiedliche Microplatik Partikel identifiziert. Eigentlich wollten wir diese Probeentnahme mit anschließender Laboruntersuchung mit einer geänderten Technologie fortsetzen.

Leider hat diese Technologie Mängel aufgewiesen, die vor Abreise nicht mehr zu beseitihen waren.

Nunmehr hat Lars recherchiert und festgestellt, dass es ein Interesse an Wasserproben in der Nähe von von Ölplattformen oder von Rohstofabbauzonen am Meeresgrund gibt.

Hier geht es lang.

Mal schauen, ob wir da etwas liefern können.

Unser erster gemeinsamer Seegeltag startet um 9:00 Uhr. Das Ablegen hat gut geklappt, obwohl wir vergessen hatten, die Schoot am Baum zum montieren. Kleine Pannen passieren halt.

Wir schaffen an diesem Tag ca. 42 Seemeilen von Grenaa bis Hals an der Einfahrt in den Limfjord.

Das Wetter bei dueser Fahrt ähnelt der Beschreibung des Wetters in Schottland: 4 Jahreszeiten an einem Tag. Morgens ist es so kalt, dass ich mch für Nierengurt und lange Unterhose entscheide. Als es etwas aufklart, wärmt uns die Sonne ein wenig.

Der Wind steht günstig und bringt uns zunächst mit 6 Knoten voran. Später ziehen schwarze Wolken auf, aus denen es im Hintergrund gewitterig grummelt. Der Wind schläft zunächst ein, was die Wolkenfront mit sich bringt, bleibt uns unklar.

Was bringen uns die schwarzen Wolken?
Was bringen uns die schwarzen Wolken?

Als der Wind wieder aufwacht, entschließen wir uns, das Großsegel herunter zu nehmenn und die Genua auf 1/3 der Fläche zu reduzieren. Gerade noch rechtzeitig, denn die schwarzen Wolken bringen außer Regen eine kräftige Brise mit, die uns mit nur der gerefften Genua mit 5 Knoten voran bringt.

Später dann verabschiedet sich der Wind für den heutigen Tag und wir müssen zur Weiterfahrt den Motor starten, der uns sicher durch die schmale Einfahrt in den Limfjord bringt.

23.5.2022 von Ebeltoft nach Grenaa

Um 8.00 Uhr starte ich durch die Schleuse zur Nordsee. Das ist wie ein Vorgeschmack auf den Caledonean Canal.

Der Wind bläst kräftig und ich erreiche bei schönstem Segelwetter eine Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 6 und 7 Knoten, in der Spitze über 8 Knoten.

Bereits mittags lege ich in der Zielstation Grenaa an und erkunde noch zu Fuß das 2,5 km entfernt liegende Stadtzentrum. Ich mache noch einige Besorgungen und nehme nach Empfehlung des Tourismusbüros jetzt den viel schöneren Weg am Flüsschen Grenaa bis zum Hafen. Morgen werde ich auf diesem Wege den Mitsegler Lars von der Bahn abholen.

Am Abend zieht der angekündigte Sturm an. Ich ergänze die Vertauung des Schiffes noch um 2 mit Dehngummis gedämpfte Festmacher und eine lange Verbindung zwischen Land und Winsch. Immerhin sind Windstärken von in Böen bis zu 10 Beaufort angesagt.

Man merkt, wie die Bootsbesitzer jetzt näher zusammenrücken. Jeder interessiert sich für andere, wie z. B. diese ihr Boot sichern. Ich komme mit einem jungen Paar in Kontakt, die neben mir festgemacht haben und wir verabreden uns zu einem späteren Umtrunk auf der ZERO. Es wird ein netter kurzweiliger Abend mit Gesprächen rund ums segeln.

Die Nacht bleibt unruhig. Die bei der Verstärkung beibehaltenen vorderen Festmacher quietschen und scheuern bei Belastung über eine Kupferschiene. Ich muss nachts nochmals aufstehen und alles kontrollieren. Es sieht aber ganz in Ordnung aus.

Leider soll das Wetter in den nächsten Tagen durchwachsen bleiben. Regen und zusätzlich Wind von der falschen Seite werden es nicht einfach machen, Tyboron zu erreichen.

Hoffentlich öffnet sich dort ein Zeitfenster, durch das wir sicher den Hafen Peterhead in Schottland erreichen können.

22.5.2022 von Aarhus nach Ebeltoft

Sonnenuntergang im Hafen von Ebeltoft

In Aarhus machen wir am Vormittag noch einen Stadtspaziergang. Die reiche Stadt hat sich um den Hafen entwickelt. Mit Schnellfähren sind umliegende Inseln (z.B. Samsoe) und Hauptverkehrswege gut zu erreichen.

Um 14:30 heißt es dann Abschied nehmen und Leinen los. Auf der Karte habe ich auf der Strecke nach Grenaa einen kleinen Hafen in Ebeltoft entdeckt, etwa 20 Seemeilen von Aarhus entfernt.

Das Wetter ist freundlich und der halbe Wind gnädig, 3-4 Beaufort bringen mich ohne Stress zum Ziel. Allerdings gilt es, auf die Schnellfähren zu achten. Als Riesenkatamarane gebaut durchpflügen sie mit über 30 Knoten das Wasser. Da schalte ich lieber das AIS System an, dass mir die Fähren auch auf dem Kartendisplay anzeigt.

Einfahrt in den Oer Maritime Havn in Ebeltoft
Einfahrt in den Maritime Havn nahe Ebeltoft

Um in den Hafen einzufahren, geht es ersteinmal durch ein kleine Schleuse. Der kleine Hafen gehört zu einer Ferienhausanlage und wurde in den 80ger Jahren gebaut.

Mir gefällt es hier für fiesen abend. Es ist sehr ruhig und sicherlich ließ sich hier ein scjöner Spaziergang in die einladende Umgebung außerhalb des Schilgürtels machen. Heute habe ich dszu keine Energie mehr.

21.5.2022 Von Samsoe Kolby Kaas nach Aarhus

Mit der Zero in Aarhus

Am morgen schlafen wir uns aus und legen um 10:30 Uhr ab. Der Wind bläst mit 5 Beaufort und soll im Laufe des Tages abnehmen.

Ich habe meinen Mitsegler Rainer darauf vorbereitet, dass der Wind das Boot in Schräglage versetzen wird. Es ist aber nicht zu erwarten, dass es wieder schlingert, wie auf der Tour von Svendborg gen Norden.

Als wir abgelegen, ist es im Hafen noch ruhig, aber der Wind ist deutlich spürbar. Mit der Ausfahrt aus dem Hafen ändert sich das ruhige Hafenwasser in eine Berg- und Talfahrt einer Achterbahn. Jetzt heißt es, schnell das Großsegel zu setzen und auf Kurs zu kommen, damit wir mehr Stabilität uns Boot bekommen. Schließlich will ich meinen Freund Rainer nicht als Mitsegler vergraulen.

Sobald das Großsegel gesetzt ist, gehen wir auf Kurs und machen den Motor aus. Wir haben heute 2 Reffs in das Großsegel gesetzt und Rollen die Genua nur zur Hälfte aus. Allmählich wird die Fahrt ruhiger.

Wir müssen heute mehrfach kreuzen, da der Wind fast aus unserer Zielrichtung kommt. Im Laufe des Tages nimmt der Wind allmählich ab. Gegen 20.00 Uhr erreichen wir unser Ziel Aarhus.

Beim Einlaufen in den Yachthafen von Aarhus
Beim Einlaufenmin den Yachthafen von Aarhus

Auf Empfehlung suchen wir uns einen Platz am Ende der Yachthäfen beim Motorbootklub. Von hier aus erreicht man die Innenstadt am schnellsten. Wir sind allerdings von der bewegenden „Kreuzfahrt“ so erschöpft, dass unsere Kräfte nur noch für einen kurzen Spaziergang reichen.

Das neu entstandene Stadtquartier von Aarhus
Das neu entstandene Quartier in Aarhus vor dem Yachthafen glänzt durch herrausragende Architektur

Mich beeindrucken insbesondere die herausragenden Architekturdetails im neuen hafennahen Quartier in Aarhus. Häuser, die aus Hochhäusern rausgucken, bunte Glasbalkone, Treppenförmige Häuser, ganzen Fronten aus Solarpanels mit integrierten Balkonen sind nur einige Beispiele dieser vielfältigen fassettenreichen Architekturlösungen. Das Auge erlebt ständig neue Details. Nicht umsonst war Aarhus vor einigen Jahren Kulturhauptstadt Europas.

Bei der Überprüfung der Wettervorhersagen stelle ich fest, dass die Planung für die nächsten Tage überarbeitet werden muss. Am Dienstag vormittag soll der Wind Stärken von 6-7 Beaufort erreichen. Nichts für alte Einhandsegler. Diesen fehlenden halben Segeltag muss ich auf den morgigen Nachmittag verlegen, damit der Zeitablauf nicht durcheinander kommt. Morgen nachmittag muss ich mich bereits auf den Weg in Richtung Limfjord machen.

19.5.2022 von Kerteminde nach Kolby Kaas auf Samsoe

Zero in Kolby Kaas

Bei wenig Wind und kaum Welle fahren wir überwiegend unter Motor zur Insel Samsoe. Es sind ideale Bedingungen für Rainer, sich von seiner Seekrankheit zu erholen. Die Fahrt verläuft wie erwartet ruhig.

Unser Zielhafen Kolby Kaas an der Ostküste von Samsoe ist funktional und nicht romantisch. Die Flächen sind mit Beton versiegelt. Nur wenige Boote haben an den Liegeplätzen festgemacht. Eine Tür zwischen zwei Gewerbehallen verheißt den Weg zum Strand.

Der Weg zum "Strand".
Der Weg zum Strand im Hafen von Kolby Kaas

Die Verheißung führt über eine Holztreppe, die ein Röhrensystem überbrückt, zunächst zu einem Steinstrand. Das Röhrengewusel scheint die Tanks hinter den Hallen mit dem Hafen zu verbinden.

Ein Spaziergang über die andere Hafenseite hinaus führt uns zu versöhnlichere Strandabschnitten. Es gibt zwar keinen Sandstrand aber immerhin 2 Holzstege, die den Schwimmern eine Chance geben ins Meer zu kommen, ohne den Steinstrand und den Seetang durchwaten zu müssen.

Wir halten Einkehr bei einem kleinen Kiosk vor einem Campingplatz und erfreuen uns an einem frischen Getränk. Die Bezahlung gestaltet sich als schwierig, da wir keine dänischen Kronen dabei haben und das Kiosk über kein Kartenlesegerät für eine elktronische Zahlung verfügt.

Die von der Kioskbetreiberin vorgeschlagene Lösung ist praktikabel. „Kommt doch morgen vorbei und bezahlt dann.“ Wir freuen uns über das uns entgegengebrachte Vertrauen. Schon häufiger habe ich die Erfahrung gemacht, dass je ärmer die Umgebung ist, desto freundlicher sind die Menschen.

Am Abend holen Rainer und ich unsere mitgebrachten Reisegitarren aus ihren Taschen. Es ist ein Moment, auf den ich mich lange gefreut habe. Wir spielen zusammen und führen intensive Gespräche.

Seit nunmehr fast 50 Jahren sind wir aus Studienzeiten miteinander eng befreundet. Die Themenscherpunkte unserer Gespräche haben sich geändert. Immer stand auch sehr persönliches im Focus.

Für den morgigen Tag nehmen wir uns vor, mit einem Leihrad den südlichen Teil von Samsoe zu erkunden.

Das Leihrad erhalten wir beim Kiosk, bei dem wir auch unsere Schuld von gestern begleichen.

Die Fahrradtour führt uns zunächst zur Inselhaupstadt Tranebjerg. Hier decken wir uns bei einem Geldautomaten mit dänischen Kronen ein. Im Tourismusbüro und im Café begegnen uns sehr freundliche und hilfsbereite Menschen.

Wir fahren weiter zur Hafenstadt Ballen an der Ostküste. Hier begegnet uns ein Kontrastprogramm zu Kolby Kaas. Ballen liegt am Ende einer langezogenen Ostssebucht mit feinsandigen Strandabschnitten. Im Ort und im Hafen reihen sich zahlreiche Restaurants aneinander.

Wir genießen ein ausgezeichnetes Smørrebrød mit Frühkartoffeln, das kunstvoll mit Ei, Fenchel und anderen Zutaten garniert ist.

Bunte Landschaft auf Samsoe
Rapsfeld auf Samsoe

Auf dem Rückweg mit dem Fahrrad fällt uns die Vielfalt von unterschiedlichsten Gemüsesorten auf, die hier angebaut werden. Rote Beete, Bohnen, Erbsen und Rhabarber sind nur einige der von uns identifizierten Sorten. Die Landschaft mit den jetzt gelb leuchtenden Rapsfeldern setzt sich erfreulich ab von den in Deutschland häufig anzutreffenden Mais Monokulturen.

Der Abend im Schiff klingt nochmals mit Gitarrenklängen aus.

18.5.2022 von Swendborg nach Kerteminde

In Swendborg findet der erste geplante Mitseglerwechsel statt: Armin geht von Bord und Rainer steigt zu. An- und Abreise mit dem Zug funktionieren im Wesentlichen.

Der 2 tägige Aufenthalt erlaubt es, kleinere Restarbeiten an Bord zu erledigen. So steht die Prüfung der Logge noch aus, die trotz Wechsel des Rädchens, welches in einem Auslass mitschiffs während der Fahrt die Geschwindigkeit durchs Wasser ermitteln soll, keinerlei Daten auf dem analogen Display anzeigt. Die Überprüfung der Anschlüsse führt zu keinem Ergebnis.

Für den nächsten Tag nehme ich mir vor, gemäß Handbuch die Konfiguration zu prüfen und die Kalibrierung der Logge erneut durch zu führen.

Da für Übermorgen Regen und wenig Wind in der Wetterprognose angesagt sind, entscheiden wir uns, früh los zu segeln, um möglichst die Insel Samsö bis zum Abend zu erreichen. Der eingeplante Zwischenstop in Nyborg entfällt. Dafür ersparen wir uns eine langweilige Motorfahrt im Regen. Soweit der geänderte Plan.

Bei sonnigem Wetter legen gegen 8.30 Uhr ab und während der kurzen Strecke gegen den Wind unter Motor aus Svendborg heraus starte ich die Kalibrierung der Logge. Leider lässt sie sich auch darüber nicht zu einer Anzeige bewegen.

Unter gerefften Segeln bei 4 bis 6 Beaufort mit Wind aus südöstlicher Richtung erreichen wir eine Reisegeschwindigkeit von 5-6 Knoten.

Die Brücke von Nyborg
Die Brücke verbindet Fünen mit Sjœland.

Nach der Brücke bei Nyborg wird die See kabbeliger. Bis hier hat uns die Insel Langeland vor unruhiger See beschützt. Unser Kurs auf Samsœ ändert sich jetzt in nordöstliche Richtung, sodass der Wind direkt von hinten kommt. Die Zero schunkelt und schlingert und mein Mitsegler Rainer wird seekrank. Die jetzt verwendeten Reisetabletten ändern wenig an diesem Zustand.

Wir entscheiden uns für einen Stopp im nächst gelegenen Hafen in Kerteminde, den wir nach einer guten Stunde erreichen. Rainer bleibt das „Fische füttern“ erspart und nach einem kurzen Schlaf auf der Zero im Hafen geht es ihm schon wieder besser.

16.5.2022 von Lyø nach Svendborg

Svendborgs Werften sehen belebt aus

Die Nacht war wieder recht frisch. Da ich z.Zt. etwas fröstele, hatte ich mir eine Wärmflasche gemacht. Das hat mich besser schlafen lassen, als in Nächten zuvor, in denen ich ohne Wärmflasche auskommen wollte. Manchmal sind die kleinen Dinge im Leben sehr wichtig.

Der Tag ist mal wieder ein wunderschöner Sonnentag, den wir genießen. Leider hat der Wind auf östliche Richtung gedreht, sodass wir im engen Fahrwasser nach Svendborg häufiger den Motor in Gebrauch nehmen müssen.

Beim Segeln kreuzen wir gegen den Wind und mein Mitsegler Armin lernt etwas über das Wenden.

Am Nachmittag laufen wir in Svendborg ein und erkunden die Stadt zu Fuß.

15.5.2022 Von Marstal nach Lyø

Zero auf Lyø

Am morgen lassen wir es gemächlich angehen in Marstal – ausschlafen, ein ordentliches Frühstück, Duschen und dann noch ein Besuch des Schiffsmuseums. Das hatte ich mir schon häufiger bei meinen Besuchen in Marstal vorgenommen, aber bisher hatte es zeitlich nicht gepasst.

Das Museum ist empfehlenswert. Es zeigt den Stolz dieses Ortes, der für die Seefahrt lange Zeit von großer Bedeutung war. Schließlich konkurrierte Marstal zeitweise mit Kopenhagen um den umschlagsstärksten Hafen in Dänemark. Das Museum zeigt einen sehr persönlichen Blick auf diese Geschichte. Die Familien, die hier prägend waren, werden mit ihren Schiffen in Modellen, Handelsruten, Umschlagdaten in einzelnen Räumen vorgestellt. Alte Fotos und Hafenmodelle erzählen diese Geschichte anschaulich.

Wir haben uns entschieden, heute bis zur Insel Lyø zu reisen. Vom Wind ist allerdings gemäß Vorausschsu wenig zu erwarten. So wird es ein Motortag bei klarem fast schon sommerlichen Wetter. Bei diesen Bedingungen funktioniert das An- und Ablegemanöver einwandfrei.

Lyø liegt vor den Toren von Faborg, einer sehenswerten Stadt auf der Insel Fünen. Freizeitboot und Fähre können die kleine Hafenzufahrt nur exklusiv nutzen. In der Hauptsaison ist der Hafen übervoll aber jetzt gibt es freie Platzwahl.

Die Insel hat im Dorfkern viele schöne alte Gebäude, einige auch verlassen und verwaist, viele werden sichtbar nur notdürftig vor dem Verfall bewahrt. Bei unserem Dorfspaziergang am Abend ist uns niemand begegnet. Die Insel punktet mit der wunderschönen Natur, mit Wander- und Fahrradwegen und einem sehr freundlichen Hafenmeister.

Sonnenuntergang auf Lyø.
Am Hafen von Lyø.

14.5.2022 von Kiel Stickenhörn nach Marstal

Um 9:40 Uhr ist es dann soweit: wir legen ab. Ein frischer Wind der Stärke 4-5 aus westlicher Richtung soll uns heute bis Marstal auf der dänischen insel Aerœ bringen. Wir starten bei leicht bewölktem Himmel, im Laufe des Tages wird sich die Sonne noch durchsetzen.

Die Nacht war ganz schön frisch. Trotz Bettdecke und leichter Überdecke habe ich zunächst gefroren und musst mir wärmere Wäsche anziehen, um gemütlich wieder einzuschlafen.

Noch in der Kieler Förde setzen wir die Segel. Ich entscheide mich, ein Reff im Großsegel zu binden und wir rollen die Genua nur zu 2/3 aus. Das reicht bei diesem Wind, um uns mit 5 -6 Knoten zügig über das Wasser zu bringen. Mein Mitsegler Armine, der heute zum ersten Mal segelt, schlägt sich tapfer beim Kurs halten an der Pinne.

Später testen wir dann die neue Selbststeuerungsanlage, die den Kurs hält, aber 20 Grad weniger als unser Kompass anzeigt. Sie muss sich noch kalibrieren.

Es ist ein perfekter Segeltag mit gutem Wind aus der richtigen Richtung bei überwiegend sonnigem Wetter. Das Boot rauscht durchs Wasser und schaukelt trotz ordentlichem Wellengang nur wenig.

Vor Aerœ frischt der Wind nochmal auf. Das Bergen der Segel fordert uns heraus. Die Genua lässt sich nur mühsam bändigen. Sie wird durch den kräftigen Wind jetzt fester und enger eingerollt, sodass das in der Rolle vorgehaltene Tau am Ende nicht mehr ausreicht, sie komplett einzurollen. Ich muss aufs Vordeck und Segel per Hand einige Male um die Rolle zu schlagen und es mit einem Tau zu fixieren.

Beim Anlegemanöver bieten wir dem hilsbereiten Publkum ein unterhaltsames Hafenkino. Die Gästeboxen stehen leider queer zum Wind. Beim legen der Festmacher über die hinteren Poller wird das Schiff bereits quer zu den recht leeren Boxen gedrückt. Unter Motor gelingt es mir nicht, vorwärts wieder gerade in die Box zu kommen. Unsere Zuschauer winken mit einer Leine, die sie uns zuwerfen wollen. Ok, wir freuen uns über diese Hilfe. Die Leine kommt geflogen und landet bereits beim ersten Versuch auf unserem Schiff. Ich applaudiere bereits, und stelle erst dann fest, das das Ende der Leine auf Seiten des Werfenden leider dem Helfenden entglitten ist und nun im Wasser gelandet ist. Ok, dann holen wir die Leine eben an Bord und werfen sie zurück – natürlich mit gesichertem Ende am Schiff. Nach 3 gescheiterten Wurfversuchen von Armine und mir machen uns die Zuschauer mit dem Zuruf „Ihr habt noch 18 Versuche!“ richtig Mut.

Wir wollen die Geduld unserer etwas gewachsenen Fan- und Helfergemeinde nicht überstrapazieren und entscheiden uns nun, die fürs Heck vorgesehenen Festmacher nach vorne zu verlegen und Rückwärts mit dem Heck anzulegen. Das klappt dann relativ zügig. Ich bedanke mich bei der Seglergemeinschaft. Da setzt der wurfgewandte Helfer seine Sonnenbrille ab und ruft: „Erkennst du mich denn nicht? Ich bin Dennis!“ Da klickt es bei mir. Richtig, Dennis habe ich vor 5 Jahren auf der Rückreise aus Kopenhagen kennen gelernt. Wir waren mit anderen Seglern in Klintholm eingeweht und konnten den Hafen für 3 Tage nicht verlassen.

Ich fühle mich in der Seglergemeinschaft aufgehoben. Der Abend klingt aus mit einem Essen mit Armine in einem kleinen Restaurant in Marstal und einem anschließendem Bier auf dem Schiff von Dennis. Trotz kleiner Pannen ein gelungener Einstieg in die Segelreise um Schottland.

Am abend vor dem Start

Am Abend vor dem Start der Schottland Reise
Enge Freunde geben uns ihre guten Wünsche mit auf die Reise.

Nach langer Vorbereitungszeit kann es jetzt endlich losgehen.

Ist es der richtige Zeitpunkt für solch eine Reise um Schottland? Noch fühle ich mich ausreichend fit für die bevorstehenden Belastungen. Wer weiß schon, wie schnell der eigene körperliche Verfall eintreten wird.

Aber ich treffe die Entscheidung zu einem Zeitpunkt, wo die Belastung meiner Partnerin Christiane enorm sind. Sie organisiert die häusliche Pflege ihrer Mutter und deren Partner. Ständig ändern sich die Anforderungen an diese Pflege. Allein die Anpassungen an das angemessene Setting dieser Situation erfordern eine hohen Aufwand. Zu Beginn der Planung dieser Reise haben wir beide die Fragilität dieser Situation unterschätzt.

Darf ich dennoch los segeln? Letzte Zweifel dieser Entscheidung lassen sich nicht ausräumen.

2022 Segeln nach Nord Schottland

Segeln nach Schottland

Kaum liegt die ZERO in ihrem Winterlager, werden meine Überlegungen konkreter, im nächsten Jahr noch einmal eine größere Tour um Schottland zu machen. Die Herausforderung erscheint riesig – vor der Nordsee habe ich großen Respekt. Meine individuelle Konstitution ist altersbedingt nicht gerade besser geworden, aber immerhin fühle ich mich noch so fit, mich für einige Monate auf die Reise zu machen.

Meine Frau Christiane ist nicht so begeistert, dass ich wieder für längere Zeit unterwegs sein will. Wir werden aber versuchen, 2-3 Treffpunkte zu organisieren, an denen wir mehr an Land schöne Dinge unternehmen wollen. Sie schaut lieber vom Land aufs Meer.

Bei vielen mir bekannten Beziehungen von Segelpaaren ist die Leidenschaft fürs Segeln oft ungleich verteilt. Ich bin dankbar, dass meine Partnerin mir zugesteht, meiner Leidenschaft fürs Segeln gelegentlich zu folgen, auch wenn wir dann monatelang getrennte Wege gehen…

Die ersten Planungen

Ich mache mich mal wieder mit der Open Source Software OpenCPN tiefer vertraut. Einiges von dem, was ich mir vor 4 Jahren bei der Vorbereitung für die England Rundreise erarbeitet habe, muss ich erneut unter Verwendung von Handbüchern mir erneut in Erinnerung rufen. Ich will die Tourplanung für Freunde und interessierte in WordPress unter Verwendung von Google My Map zur Verfügung stellen. Klingt einfach, aber im Detail ist es mühsam:

  • OpenCPN exportiert Tourdaten im GPS Format
  • Google My Map funktioniert für den Import schon mal nicht auf meinem Android tablet
  • Der Import von Tourdaten funktioniert theoretisch auf dem PC
  • Google My Map nimmt aber keine GPS Daten zur Verarbeitung sondern erwartet ein KMZ Format; diese Daten müssen zudem auf einem Google Drive Verzeichnis verfügbar sein
  • Ich nutze Locus Map für die Konvertierung der GPS Dateien in ein KMZ Format
  • Für die dauerhafte automatische Synchonisation zwischen tablet und Google Drive nutze ich ein zusätzliches Progrämmchen DriveSync
  • Jetzt können auf dem PC die Tourdaten in einen My Map Layer importiert werden
  • Den I-Frame Code aus der Karte Kopieren und im Quellcode der WordPress Seite hinein kopieren
  • Hoffentlich läuft das beim nächsten Mal im Hintergrund und auch schneller ab.

So nun reichts mit der Technikbelehrung. Die ersten Tage der Tour sind schon mal grob geplant, für das Familientreffen zusammen mit einer befreundeten Familie wurde schon mal in Dänemark nahe Farborg ein Ferienhaus reserviert.

Die Tour um Fünen kenne ich schon ganz gut. Hier lohnt es sich, sich vorher mit einer Strömungskarte zu beschäftigen. Je nach Windrichtung hat man den Strom entweder für- oder gegen sich.

Vor Fünen werden wir einige Tage Familienurlaub einschrieben. Für die Segelreise ist das ein gemütliches Annähern an die doch teils anspruchsvollen Touren. Neben der mehrtägigen Querung der Nordsee stehen in Schottland Touren mit reichlich Strömung an – ohne die Strömung bei seiner detaillierten Planung mit einzubeziehen, kommt man nicht weit. 5 Knoten gegen ZERO ist was anderes, als wenn die ZERO 5 Knoten mit der Strömung fährt.

Überlegungen zu Routen um Schottland

Die Reise nach Schottland geht nicht ganz um Schottland. Glasgow und Edinburgh werden gewissermaßen „ausgespart“. Ich begrenze mich im Süden auf die Linie des Caledonean Canals, möchte die Insel Mull im Norden passieren, die Hybriden sowie die Orkney Inseln und die Shetland Inseln bereisen.

Die grundsätzliche Frage ist zunächst: links herum oder rechts herum? Also erst über Norwegen zu den Shetland Inseln, den Orkney Inseln und dann an der Westküste der Inneren Hybriden in Richtung Mull und zurück durch den Caledonian Kanal?

Diese Route hat im Wesentlichen mein großes Segelidol Wilfried Erdmann gewählt, als er im Sommer 2016 mit seiner Frau Astrid auch noch die Färöer Inseln mit als Ziel auf dem Zettel hatte.

Färöer ist mir zu weit und mag ich meiner 8,40 m ZERO nicht zumuten.

Für die Entscheidungsfindung der groben Richtung (Links oder rechts rum) befasse ich mich mit Klimadaten. Sehr hilfreich ist da ein PlugIn „Climatology“ für das von mir genutzte Kartentool OpenCPN . Hier werden anhand historischer Winddaten Windrichtungswahrscheinlichkeiten visualisiert.

Windrichtungswahrscheinlichkeiten und -stärken im Monat Mai

Die Zahl im Kreis gibt die durchschnittliche Windgeschwindigkeit an. Je länger die Strahlen um den Mittelpunktkreis, desto wahrscheinlicher kommt der Wind aus Richtung des Strahls.

Im Monat Mai bereits ist die vorherrschende Windrichtung aus Südwest. Weiter nördlich ist der Wind ca. 2 Beaufort kräftiger.

Wenn ich also „links“ herum reise, muss ich häufiger gegen den kräftigeren Wind im Norden ansegeln.

Ich entscheide mich deshalb, die Reise „rechts herum“ zu planen. Die Strecke durch den Caledonian Canal ist in weiten Teilen unter Motor zurück zu legen. Da kann der Wind dann auch mal von vorne kommen. An den inneren Hybriden kommt bei dieser Tourplanung der Wind häufiger günstiger von achtern, ebenso beim Besuch der Orkney Inseln und der Shetland Inseln. Auch für die Rückreise ggf. über Norwegen erwarte ich hier häufiger halben Wind aus südwestlicher Richtung.

Die Route um Skagen scheint naheliegend zu sein. Skagen soll ein Sehnsuchtsort sein, was ich nicht beurteilen kann, da ich dort noch nie war. Allerdings kann es im Skagerrak auf dem Meer recht ungemütlich werden, wenn Strömung und Wind gegeneinander laufen. Da muss dann alles stimmen, das Material und die Crew und die Bereitschaft, eine kabbelige See für einige Stunden auszuhalten.

Alternativ kommt der Limfjord in Frage, eine Verbindung zwischen Ost- und Nordsee, die sich auf der Höhe von Aalborg durchs Land schlingelt. Thyboron an der Pforte zur Nordsee ist ein gern genutzter Ausgangshafen für eine Direktquerung nach Schottland.

Ich entscheide mich für die Route durch den Limfjord.

Die erste Etappe dieser Reise endet in Oban. Von hier aus geht es dann weiter in Richtung innere und äußere Hebriden.

Zeitplan für die Etappe 1 bis Oban


13.05.2021 Abschiedsumtrunk
14.05.2021 Abreise Kiel
16.05.2021 Boyden
22.05.2021 Aarhus
25.05.2021 Aalborg (Zustieg Lars)
28.05.2021 Tyboron
03.06.2021 Peterhead
07.06.2021 Inverness
16.06.2021 Hafentage Inverness (Zustieg Maria am 15.6.)
18.06.2021 Fort William
19.06.2021 Oban

Die 2. Etappe ist durchgeplant!

Nach weiterer Beschäftigung mit der Schottland Reise habe ich mir die schönsten Anlaufpunkte ausgesucht. In Oban wird es eine Etappenpause von 3 Tagen geben. Immerhin gibt es in Oban auch kulinarisch einiges zu entdecken, so einen wunderbaren Whiskey, von dem ich bei meiner letzten Reise länger gezehrt habe. Außerdem ist Oban für frischen Fisch und Meeresfrüchte. Da werde ich wohl einige Kompromisse mit meinen guten Vorsätzen machen müssen, weniger Fisch zu verzehren.

Von Oban geht es weiter zu den inneren Hebriden. In Portree auf der Insel Skye wird es einen Wechsel der Mitsegler geben.

Von Portree aus geht es zu den äußeren Hebriden. Hier bin ich mit einem Bekannten über Instagram in Stornoway verabredet, der mich sicherlich die Highlights der Insel Lewis einführen wird.

Von den äußeren Hebriden geht es dann über die Stationen Kinlochbervie und Loch Eribol nach Scrabster vor den Orkney Inseln weiter.

Hier der Zeitplan:

19.06.2021 Oban
22.06.2021 Oban Pause
24.06.2021 Tobermory
26.06.2021 Eigg
30.06.2021 Skye Portree
02.07.2021 Skye Portree Pause
05.07.2021 Stornoway
10.07.2021 Stornoway Pause
11.07.2021 Kinlochbervie
12.07.2021 Loch Eribol
13.07.2021 Scrabster

2021 Segeln fürs Meer

Der Auslöser

Schon immer leben die Segler im Dilemma, einerseits der Natur sehr nahe zu sein – auch nahe sein zu wollen – aber auch auf kleinem Raum Lösungen zu finden, die für ein Leben an Bord funktionieren und die die Substanz des Schiffes erhalten.

Heutzutage ist hier der Chemiebaukasten nicht sehr weit weg- 2 Komponenten Kleber, ein fungizider Schutzanstrich gegen Seepocken und Algen, eine Welle, die geölt sein will, Diesel im Tank, Gas zum Kochen, Petroleum zum heizen. Die Liste der Chemiebausteine an Bord ließe sich weiter ergänzen …

Gleichzeitig fühlen sich viele Segler dem Meer verbunden. Wind, Wetter, Gezeiten mit ihren Strömungen, Wellen die bedrohlich werden können, aber auch: romantische Sonnenuntergänge, viel Platz auf dem Meer als Fluchtoption vor der Enge der Städte.

Wir Segler sehen, wie die Welt belastet wird durch den menschengemachten Temperaturanstieg.Die Wettermodelle eines sich ändernden Klimas reichen oft nicht mehr aus, uns mittelfristige Vorhersagen zu machen, wie sich das Wetter entwickelt. Wir wissen, das Plastik wirklich nicht ins Meer gehört, aber unsere Segel sind aus Dralon oder anderen Hightech Materialien, die nunmal nicht auf dem Komposthaufen entsorgt werden können.

Wie gehen wir mit diesen Widersprüchen um?

Unser Experiment „Segeln fürs Meer“ soll dazu einen Einstieg geben.

Die Ziele

Wir wollen

  • die Widersprüche benennen, denen wir ausgesetzt sind und
  • an Bord prüfen, wo wir schadhafte Stoffe und Verfahren durch umweltverträglichere Lösungen ersetzen können.
  • Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, Mitsegler und Wassersportbegeisterte für das Thema Plastik im Meer zu sensibilisieren.
  • Hierzu werden wir Wasserproben mit Manta-Trawls entnehmen, die anschließend in einem Labor auf Microplastik untersucht werden.
  • Die Messergebnisse sollen öffentlich zugänglich sein.
  • Wir wollen Plastik an Bord vermeiden, wo dies möglich ist.

Die Vorbereitung für die Aktion „Segeln fürs Meer“

15.06.2021

Gastbeitrag von Lars

Gesegnet von einer Schwalbe (ist es eine Schwalbe?) sind Rolf und ich heute von Eckernförde nach Kiel gestartet.

Wir hatten ein schönes Wetter, jedoch kaum Wind. Wir mussten ein Stück unter Motor laufen, was zur einer interessanten Diskussion geführt hatte, die die Industrialisierung als den Auslöser für „Aufs Uhr gucken“ und „unter Zeitdruck arbeiten“ verantwortlich machte.

Wie Rolf es schon vorher meinte: „Wie wollen bei unserer kleinen Expedition die Widersprüche benennen, denen wir ausgesetzt sind“.

Der Wiederspruch Nummer 1:

Wie kommt man/frau rechtzeitig zu einem Termin, der dem Meeresschutz dient, mit einem Segelboot ohne Wind rechtzeitig hin? Unter Motor haben wir etwa 6 Stunden heute gebraucht – die Verabredung mit Rüdiger von One Earth One Ocean war um 18:30. Wären wir heute nur unter Segel gefahren (durchschnittlich wären es wahrscheinlich 2 Knoten), wären wir erst gegen 22 Uhr in Kiel. Dann hätte dieses schönes Treffen wahrscheinlich nicht stattfinden können:

Rolf und Rüdiger und das Manta-Trawl von https://www.weniger-ist-meer.com/

Ach ja, haben wir es schon erzählt? Um das Manta-Trawl auszuleihen, haben wir uns – Rolf, ich , Caro und Lauren – ein Paar Tage davor in Flensburg getroffen:

Das Manta-Trawl ähnelt dem Manta-Rochen beim Planktonaufnehmen, nur das Manta-Trawl nimmt das Mikroplastikplankton auf.

Das Meereswasser hat immer noch diese schöne Türkis-Farbe als ob es keine Umweltkatastrophe gäbe:

In Kiel – Seehafen Seeburg – angekommen, stich die enttäuschende Realität wieder ins Auge:

Keine 30 Meter vom Wasser entfernt. Zeit, die erste Müllsammelaktion zu starten!
Vorher – Nachher

Wir sind weiterhin optimistisch und freuen uns, auf neue Begegnungen mit Gleichgesinnten! Morgen früh hat uns Rüdiger ins Labor zur Besichtigung eingeladen, wo später unsere Mikroplastikproben ausgewertet werden. Und übermorgen begleiten wir Arved Fuchs und seine Expedition ins freie Meer hinaus!

Segeln fürs Meer 2021 – Moin, ich bin Lars

Vielen Dank, Rolf, dass du mich zu deiner Webseite eingeladen hast! Wie abgesprochen, stelle ich mich hier kurz vor.

Moin, ich bin Lars.

Eigentlich bin ich gebürtiger Russe – das habt ihr an meiner nicht-muttersprachlichen Ausdrucksweise bestimmt schon gemerkt 🙂 Daher – Verzeihung im Voraus für die sprachlichen Fehler! Fürs Korrekturlesen gibt’s momentan keine Zeit.

Ich lernte Rolf kennen, nachdem ich im April 2021 auf „Handgegenkoje“ eine Anzeige aufgegeben habe, die zum Zweck hat(te), einen Segeltörn zum Meeresschutz zu organisieren. Rolf hat sich sofort bei mir gemeldet, und seitdem arbeiten wir zusammen an dem Konzept des Törns.

Rolf und ich sind, so wie viele von euch, Gleichgesinnte. Wir wollen unsere Meere retten. Auch wenn jede:r auf ihrer:seiner Art. Hier sind meine Gedanken, die mir bei der Entstehung dieser Idee als Ansporn dien(t)en:

Unsere Meere und Ozeane werden seit Jahrhunderten von Menschen genutzt, benutzt und leider oft ausgenutzt.

Menschen bedienen sich am Meer; es wird genommen und oft nichts zurückgegeben. Wie oft sagen wir Danke? 

Danke, dass wir auf dir fahren und segeln dürfen. 

Danke, dass wir in dir schwimmen, von dir uns ernähren, an dir unseren Urlaub machen dürfen.

Die meisten Segelboote haben seit mehreren Jahrzehnten nur noch eine Funktion: Spaß und Vergnügen. Nicht umsonst heißen sie auf Englisch “pleasure craft”.

Millionen von Segelbooten segeln auf dem Meer nur aus Vergnügen. Ohne ein konkretes Ziel, das zur Rettung unserer Meere beitragen könnte, außer vielleicht einen nachhaltigen Urlaub zu machen.

Ist es überhaupt noch gerechtfertigt in unserer Zeit einer globalen ökologischen Katastrophe? 

Ist ein nachhaltiger Segelurlaub alles, was wir unserem Meer zurückgeben können? 

Wie wäre es damit, wenn wir das Konzept des Segelns neu aufstellen würden?

Nicht mehr MEERE FÜRS SEGELN, sondern 

SEGELN FÜRS MEER

Wir fangen klein an: mit einem 7-tägigen Segeltörn auf der Ostsee, der jeden Moment zum Zweck haben wird, unserem Meer zu dienen, und werden euch darüber täglich berichten.

Ahoi und liebe Grüße,

Lars